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PSYCHIATRISCH-PSYCHOTHERAPEUTISCHE PRAXIS MÜLLER-NIENSTEDT

In schweren Lebenssituationen oder bei gesundheitlichen/psychologischen Störungen wünschen sich Menschen therapeutische Unterstützung. Unsere Praxis leistet dazu seit 1986 ihren Beitrag in Kreuzlingen. Aktuell gehören zu unserer Praxisgemeinschaft ein Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie, zwei Fachpsychologinnen, eine Kunsttherapeutin und ein Kunsttherapeut sowie ein Fachpsychologe.

Unsere Arbeit besteht aus fundierten Abklärungen, Einzel-, Familien- und Paartherapien. Daneben bieten wir auch Supervision für Fachleute in psychotherapeutischen und pädagogischen Berufen an.

Dabei sind die gemeinsamen Arbeits-Grundlagen unseres Teams:

Tiefenpsychologie

Ende des 19. Jh. machten die beiden Wiener Aerzte Sigmund Freud und Josef Breuer eine bahnbrechende Beobachtung: Sie hatten erkannt, dass neurotische Symptome - Hysterie, gewisse Arten von Schmerzen, abnormales Verhalten - in Wirklichkeit symbolisch bedeutsam sind. Beide hatten sich nicht damit abfinden können, dass die Leiden ihrer Patienten nicht mit den Mitteln der medizinischen Wissenschaft verstanden und behandelt werden konnten. Sie wurden darauf aufmerksam, dass z.B. ein Patient mit einer sonderbaren Beinlähmung sich unter grossem psychischen Druck befand und körperlich einem Gefühl Ausdruck gab von „Es geht so nicht weiter“. Oder ein Patient, der sich in einer unerträglichen Lebenssituation befand, klagte über einen Krampf, der ihn am Trinken hinderte. „Er konnte es nicht schlucken“. Wieder ein anderer, der sich beim Essen erbrach, konnte eine unangenehme Sache „nicht verdauen“. Sie lernten das Leiden der PatientInnen zu verstehen als Ausdruck eines seelischen Konflikts. Das Gespräch mit dem Patienten, das Zuhören entwickelten sie zu einer Behandlungsform, die den Patienten Heilung bringen konnte und die Freud und Breuer gleichzeitig Material in der Form der Patientengeschichten in die Hände gab, das sie weiter erforschen konnten. Als zentraler Begriff in der daraus entwickelten Psychoanalyse wird das Unbewusste von Freud als Bereich der nicht-bewussten Prozesse beschrieben, das v.a. aus verdrängten Wünschen und Konflikten besteht. Eine entscheidende Erweiterung erfährt der Begriff des Unbewussten durch C.G. Jung, der das Unbewusste als grossen Helfer, Freund und Ratgeber des Bewusstseins verstand. Für Jung ist das Unbewusste nicht mehr nur „Aufbewahrungsort für verdrängte Wünsche“, ... „sondern eine Welt, die ein ebenso realer und wesentlicher Bestandteil des individuellen Lebens ist wie die bewusste, denkende Welt des Ego, nur unendlich viel umfassender und reicher. Die Sprache und die „Personen“ des Unbewussten sind Symbole, die durch unsere Träume mit uns in Verbindung stehen.“ (Der Text bezieht sich auf das Standardwerk von C.G. Jung „Der Mensch und seine Symbole“).

Systemisches Denken

Anders als in der Psychotherapie mit Erwachsenen hat es die Therapeutin/ der Therapeut bei Kindern von Anfang an - und während der ganzen Dauer einer Behandlung - mit der Familie, mit einem sozialen System zu tun, dessen Mitglieder aktiv einbezogen sein müssen. So ist es unumgänglich, vor dem Entscheid für ein therapeutisches Vorgehen nicht nur die Geschichte des Kindes, sondern auch seiner wichtigsten Bezugspersonen in der Familie, in der Schule kennen zu lernen. Aber auch in der Psychotherapie mit Erwachsenen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich die Situation jedes einzelnen Menschen nur so verstehen lässt, nämlich im sozialen Kontext.

Arbeit mit Bildern und Gestalten, Hilfe zur Selbsthilfe

Wir Menschen haben viele Möglichkeiten, uns mit einem Problem auseinanderzusetzten. Neben dem Gespräch kann uns das Zeichnen, das Malen, das Gestalten, das Spiel neue Sichtweisen ermöglichen, neue Zugänge zu einem besseren Verständnis und zu Lösungen von Problemen erschliessen.

Dabei gilt unser Interesse den inneren Bildern, jenen Bildern, die in jedem Menschen auftauchen, wenn er seine Aufmerksamkeit nach innen richtet; Bilder, wie sie uns in Träumen, beim spontanen Malen und Gestalten entgegenkommen.

Malen und Gestalten (mit verschiedenen Materialien oder im Figurenspiel) sind nicht nur eine Erweiterung des persönlichen Ausdrucks und der Kommunikation. Die dabei entstehenden Bilder und Bildwelten verschaffen in erster Linie dem Gestaltenden selbst mehr Klarheit über sich, haben eine ordnende und heilende Wirkung. Sie halten dem Gestaltenden aber auch einen Spiegel vor, geben ihm Botschaften über sich selbst (die eigene Psyche, die eigene Seele), können i.d.S. heilsam sein.

Im Gespräch genauso wie im Malen und Gestalten geht es um Hilfe zur Selbsthilfe. Das gemeinsame Ziel von Therapeutin/Therapeut und Patientin/Patient ist die Suche nach einem neuen Verständnis für die eigene Situation, für das Problem/die Probleme und die Stärkung der selbstheilenden Kräfte.


«Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe,

könnte man nicht hunderte Bilder über dasselbe Thema malen.»



Pablo Picasso